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Sehr ausführlicher Reisebericht von Silvia.

PostDateIcon Montag, den 15. Dezember 2003 um 00:00 Uhr | Drucken
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Urlaubsbericht Hurghada 17.11.-01.12.2003

Montag, 17.11.2003

Endlich ist es so weit, die Koffer haben wir gestern Abend schon aufgegeben, und um 12.00 Uhr geht es los nach Hurghada. Leider habe ich seit letzter Woche fürchterliche Rückenschmerzen, und es wird einfach nicht besser. Also heute Morgen um 8.00 Uhr noch mal schnell zum Doc, um ein Spritzchen abzuholen. Hoffentlich hilft es. :-?

So das Taxi ist da, ab geht es zum Flughafen. Das Boarding geht schnell über die Bühne und schon hebt der Flieger ab. Der Service an Bord ist sehr gut (Air Berlin). Es gibt zwei leckere Menüs zur Auswahl und ein Gläschen Wein dazu. Auch mit kalten alkoholfreien und warmen Getränken werden wir über den ganzen Flug hinweg gut versorgt.

Pünktlich landen wir in Hurghada. Ab in die Ankunftshalle zum FTI-Schalter. Der junge Mann dort scheint noch etwas verschlafen. Aber nach einer kurzen Frage von mir, ob wir bei ihm richtig sind, wird er schnell munter - wie auch alle anderen Reiseleiter der verschiedenen Reiseunternehmen. Schnell füllt sich die Halle mit den angekommenen Gästen. Zügig werden wir am FTI-Schalter abgefertigt (Visummarken werden in den Pass geklebt), und ab geht es zur Passkontrolle. Auch hier sind wir schnell fertig und oh Wunder, unsere Koffer sind auch schon auf dem Band. Auf den Gepäckwagen verzichten wir, schließlich hat unser Koffer eigene Rollen. Draußen werden wir schon von einem netten Reiseleiter von FTI erwartet. Nachdem alle FTI-Gäste eingetrudelt sind, geht es zum Bus. Koffer in den Gepäckraum, einsteigen und ab geht es zum Hotel. Nach 10 Minuten sind wir schon da. Bis zu diesem Zeitpunkt sind so ca. 40 Minuten vergangen, für ägyptische Verhältnisse absolut superschnell.

Im Hotel werden wir schon erwartet. Wir müssen noch das Forumlar ausfüllen und bekommen unseren Zimmerschlüssel. Glücklicherweise hat das mit unserer Vorreservierung per EMail gut funktioniert und wir bekommen ein Zimmer im gewünschten Gebäude. Kurz nachdem wir im Zimmer angekommen sind, erscheint auch schon der Bellman mit unserem Koffer. Nun schnell auspacken, alles einräumen, ein wenig frisch machen und dann geht's zum ersten Essen im Grand Hotel.

Wie auch im letzten Jahr ist das Essen wieder gut, leider hat sich an den Wartezeiten vor dem Restaurant jedoch nichts geändert. :mad: Anschließend machen wir noch einen kleinen Bummel über die Grand Mall und gehen dann schlafen.

Dienstag, 18.11.2003

Nach dem Frühstück geht es natürlich ab an den Strand. Platz ist dort genug, Liegen gibt es auch reichlich und so suchen wir uns wieder ein gemütliches Plätzchen im hinteren Bereich des Strandes. Und siehe da, der Strandboy vom letzten Jahr ist auch wieder da und erkennt uns. Große Freude bei ihm, denn es gab immer recht gutes Bakschisch von uns. :D

Um 18.00 Uhr gehen wir hinüber zum Internetcafé, denn heute haben wir uns ja mit Traudel und Fred, Krümelmonster und Samir verabredet. Aber oh Schreck, Niemand ist da. Wir warten 10 Minuten und dann gehen wir ins Internetcafé hinein, entern einen PC und schauen mal kurz nach, ob sich evtl. an dem Treffpunkt etwas geändert hat. Nichts, keine neuen Nachrichten, ob uns alle versetzt haben? Gerd ist zwischendurch mal wieder nach draußen gegangen und da sind sie: Traudel und Fred, Diana und Jörg sowie Samir. Großes Hallo und dann geht's erstmal auf ein Käffchen in den Jazz-Club. Auf Anhieb verstehen wir uns alle super. Wir haben schon jede Menge Spaß und lachen viel. Die anderen vier verabreden für den nächsten Tag einen Schnorcheltrip mit Samir. Leider können wir nicht teilnehmen. Die Spritze, die ich mir am Montag noch abgeholt hatte, zeigt überhaupt keine Wirkung. So ein Mist. Ich käme zwar vom Boot ins Wasser, aber wie wieder darauf zurück? Schweren Herzens müssen wir auf den Ausflug verzichten.

Ach ja, Krümelmonster kam nicht zum Treffpunkt. Irgendwie hatte er wohl den Treffpunkt total verpennt - woran das wohl liegen mag? :p

Mittwoch, 19.11.2003

Heute treffen wir in der Hotelhalle den Bellman, der uns letztes Jahr den Koffer auf das Zimmer gebracht hatte. Im Laufe unseres letztjährigen Aufenthaltes hatten wir viele Gespräche mit ihm geführt und eine lockere Freundschaft geschlossen. Die Freude bei Gamal war riesig, als er uns wieder sah. Gerd wurde - wie es sich für gute Freunde gehört - mit jeder Menge Küsschen begrüßt, mir blieb nur ein netter Händedruck, aber das ist in einem moslemischen Land eben normal, Frauen dürfen nicht geküsst werden, es sei denn, es ist die eigene.

Abends hatten wir uns mit Traudel und Fred verabredet, aber die beiden kamen nicht. Wir hatten uns schon gedacht, dass sie von dem Schnorcheltrip wohl ziemlich geschafft sind. Es war an diesem Tag sehr windig und das Meer unruhig. Draußen muss es dann wohl noch heftiger gewesen sein, so dass das Schnorcheln wohl auch nicht so einfach gewesen war.

Donnerstag, 20.11.2003

Wir treffen Traudel und Fred im Wasser. Mit unserer Vermutung hatten wir Recht, beide waren von dem gestrigen Ausflug ziemlich geschafft. Deshalb waren sie am Vorabend nicht mehr gekommen, sie konnten sich dazu nicht mehr aufraffen. Nach unserem Wasserausflug treffen wir uns in der Strandbar auf einen Capuccino. Gerd und Fred kamen sodann auf die glorreiche Idee, doch mal den Schnupperkurs der Surfschule auszuprobieren. Und schon waren sie weg. Traudel und ich sind dann nach kurzer Zeit den beiden nach, wir waren ja schließlich neugierig. Es hatte sich gelohnt, es war zu lustig, die beiden bei ihren Surfversuchen zu beobachten. Bei Fred klappte es schon ganz gut, Gerd hatte etwas mit der Anziehungskraft der Erde zu kämpfen. Irgendwie kam ihm das Wasser immer näher und das Brett war auch so fürchterlich wackelig. Auf jeden Fall startete er dann den Versuch, mal eben rüber zur Sinai-Halbinsel zu surfen, aber dann verließ ihn doch der Mut und er ließ das Segel fallen. :D Irgendwelche komische Gestalten am Strand hatten dabei jede Menge Spaß. Ich hatte schon mit Traudel überlegt, ob wir nicht mal mit dem Hütchen herumgehen sollen und Geld für die tolle Vorstellung einzusammeln. Aber Gerd kam dann aus dem Wasser und stellte sich in Siegerpose hin. Das war den Damen dann doch sehr peinlich und das Lachen hörte ziemlich schnell auf. :cool:

Unsere Männer hatten auf jeden Fall viel Spaß und Fred meldete sich dann gleich zum Surfkurs an.

Ach ja, wir konnten natürlich auch reichlich lästern. Meine Güte, was lagen da für Gestalten am Strand. Alter so ca. 60 - 70, schon ziemlich faltig und schlaff, meistens mit viel Übergewicht und dann oben ohne! So viele Rouladenklammern gab es gar nicht, die man hätte verteilen können. Und überhaupt, irgendwie war das alles auch nicht angebracht, denn in einem moslemischen Land sollte man doch dafür sorgen, dass die "Milchbar" gut bedeckt ist. :D

Übrigens haben wir dann abends auch Krümelmonster getroffen. Wir hatten einen neuen Treffpunkt ausgemacht und er ließ sich von den Keksen, die wir in der Hand hielten, dann endlich anlocken. Ein netter Kerl, der jedoch etwas andere Vorstellungen von seinem Urlaub hat, als wir vier. Jedem das Seine, auf jeden Fall haben wir uns an einigen Abenden nett mit ihm und seiner Mutter unterhalten. Ansonsten hat er wohl viel Zeit mit seinem Notebook verbracht, um seine Fotos zu bearbeiten.

Freitag, 21.11.2003

Nach einem gemütlichen Strandtag treffen wir uns abends mit Samir zu einer Tour durch Hurghada. Traudel und Fred sind natürlich auch mit von der Partie. Der Abend wird sehr interessant und lustig. Samir hat uns viele Teile Hurghardas gezeigt, die der normale "Touri" nicht sieht. Das war sehr beeindruckend. Anschließend ging es dann zu einem Händler, der Wasserpfeifen verkauft. Dort kann man sich nach dem eigenen Geschmack seine Wasserpfeife zusammen stellen. Einfach gut! Natürlich wurde sie dann anschließend auch getestet. Ist gar nicht so einfach, so ein Ding zu rauchen. Ich habe mich daran ganz schön verschluckt und Gerd hat fast abgehoben. Auch Samir hatte dabei seinen Spaß.

Wasserpfeilfe

Wasserpfeife

Zum Abschluss ging es dann noch in ein nettes Restaurant in Sekalla - gleich rechts neben McDonalds. Dort haben wir lecker gegessen zu absolut fairen Preisen. Für fünf Personen haben wir einschließlich der Getränke ca. € 25,00 gezahlt. Wir hatten jede Menge Spaß, was sich bei mir vor allem am nächsten Tag als Muskelkater im Zwerchfell bemerkbar machte.

Sonntag, 23.11.2003

Heute Abend geht es zum Essen ins GR. Wir haben uns mit Traudel und Fred am Pool verabredet. Leider hatten wir vorher nicht darüber gesprochen, an welchem Pool. Nach einer kurzen Wartezeit bin ich dann noch mal in die Hotelhalle gegangen und habe Fred getroffen, der uns schon suchte. Anschließend sind wir dann gemeinsam in das kleinere Restaurant gegangen. Das Buffet sah sehr lecker aus, reichhaltig, abwechslungsreich und vor allem gab es auch einiges an Obst. Etwas mehr als im Grand Hotel, dort habe ich vor allem die Äpfel vermisst. Vom Geschmack hat es mir im Grand Hotel jedoch eher zugesagt. Vielleicht war aber auch an diesem Abend der Koch nur ein wenig verliebt???

Natürlich haben wir uns auch im GR umgesehen. Traudel und Fred haben uns ihr Zimmer gezeigt. Wirklich schön mit einem Superblick auf die beleuchtete Poolanlage. Aber ehrlich gesagt, trotz aller Romantik in diesem Haus ist es mir dort zu unpersönlich. Elend lange Gänge, gähnende Leere, man trifft kaum eine Menschenseele. Fast vollkommene Anonymität. Das Hauptrestaurant ist riesig groß und fast unüberschaubar.

Die zweite Woche unseres Aufenthaltes verlief ähnlich. Es ist nicht so einfach, jede Begebenheit zu erzählen, es waren einfach viel zu viele nette Sachen dabei.

Nett war auch der Abend, den wir mit den beiden Jungs aus dem Grand Hotel verbracht haben. Mahmoud und Ramadan haben sehr viel mit uns gelacht. Für sie sind die Erzählungen, wie es denn bei uns in Deutschland so ist, natürlich am interessantesten. Vieles können sie sich gar nicht vorstellen, was für uns eigentlich selbstverständlich ist.

Leider haben wir feststellen müssen, dass viele Touristen den ägyptischen Händlern auch eine Menge Mist beibringen. Bei einem unserer abendlichen Shoppingbummel abseits der Grand Mall in Richtung Hilton trafen wir einen schon recht betagten Händler. Der sang uns ganz munter ein Liedchen vor: "Scheiß egal, scheiß egal, ob du Huhn bist oder Hahn. Wenn du Huhn bist musst du Eier legen können, wenn du Hahn bist, musst du Hühner poppen können." Ich glaube nicht, dass er überhaupt gewusst hat, was er da gesungen hat. Wahrscheinlich wäre er vor Scham im Erdboden versunken, wenn ihm Jemand das mal in die arabische Sprache übersetzt hätte. Tja so sind sie nun mal die - hoffentlich nicht so zahlreichen - dummen Touris.

Auch negativ: Immer mehr Frauen setzen sich über die Kultur und Religion des gastgebenden Landes hinweg und nehmen absolut keine Rücksicht. Immer wieder barbusige Frauen (Damen kann man da leider nicht mehr sagen) am Strand. Vor allem die armen Strandboys hatten schon den fürchterlichen Hausfrauenblick: "ein Auge bei der Wäsche, eins bei den Klammern" oder anders ausgedrückt, weil wir ja auch noch in der Ramadanzeit dort waren: "ein Auge auf die Handtücher und ein Auge auf die mehr oder weniger schönen Brüste". :D Also wenn unbedingt streifenfreie Bräune, warum nicht statt Urlaub am Strand einfach den Urlaub im Sonnenstudio verbringen? Ist doch viel billiger!

Pharao's Rache hat uns in diesem Jahr nicht erwischt. Konsequent hatten wir auf Salate verzichtet. Getränke ohne Eis sind sowieso selbstverständlich. Jeden Abend einen Pfefferminztee und zum Essen immer Brot. Zumindest bei uns hat es geholfen.

Liegenreservierung

Erstaunlicherweise werde ich im Urlaub immer früh wach. So saß ich fast jeden Morgen so ab 6.30 Uhr oder 7.00 Uhr auf dem Balkon. Es war nett anzusehen, wie viele Leute - mehr oder weniger das Handtuch versteckt - zum Strand gingen. Vielen war anzusehen, dass sie wohl gerade aus dem Bett geschlüpft waren. Die Haare noch strubbelig, schnell irgend eine Hose und ein T-Shirt übergeworfen und dann ab zum Liegenreservieren. Wie lächerlich, gibt es doch am Strand genug Platz und auch genug Liegen. Aber auch das scheint eine Domäne der deutschen Touris zu sein. Mal ganz im Vertrauen: Gebt den Jungs am Strand ein gutes Trinkgeld und ihr müsst morgens nicht mehr um die Wette laufen. Wenn ihr nach dem Frühstück an den Strand kommt, ist euer Platz schon fertig, ihr müsst euch nur noch drauflegen. :D

Bei dieser Gelegenheit erinnere ich mich an eine Begebenheit im letzten Jahr. Ich war morgens so früh wach, dass die Sonne noch nicht aufgegangen war. Also schnell was angezogen, den Fotoapparat geschnappt und ab an den Strand. Ganz vorne habe ich mich auf eine Liege gesetzt und gewartet, dass die Sonne langsam aus dem Meer aufsteigt. Und plötzlich wurde die idyllische Stimmung von einer keifenden Frau gestört. "Was machen Sie denn da auf meiner Liege? Die habe ich schon die ganze letzte Woche benutzt?" Ups dachte ich, welcher Schreck in der Morgenstunde? Ich habe ihr dann freundlich erklärt, dass die Liege ganz bestimmt haben können, ich würde sie nicht brauchen. Wenn ich meine Fotos gemacht habe, ist die Liege wieder frei. Beruhigt zog sie von dannen. Schon kam die nächste Frau an, ebenfalls bewaffnet mit einem Handtuch. "Hey, sie sitzen da auf einer Liege, die von anderen Leuten schon eine ganze Woche benutzt wird!" Langsam wurde ich wütend. Solch ein Schwachsinn am frühen Morgen! Ich habe sie dann gefragt, ob sie morgens um 6.00 Uhr nichts anderes zu tun habe, als Unruhe zu verbreiten bei einer solchen tollen morgendlichen Sonnenaufgangsstimmung. Oh Mann, wurde die stinkig. Schließlich sei sie schon drei Wochen vor Ort und würde eben aufpassen, dass Niemand ihre Liege und die der Nachbarn reserviert. Ganz schön dämlich, aber wahrscheinlich hatte sie wirklich nichts anderes zu tun. Ich habe auf jeden Fall in aller Ruhe meine Fotos gemacht, einen traumhaften Sonnenaufgang fotografiert und anschließend zum Trotz mein Handtuch, welches ich dabei hatte um die Liege von der Morgenfeuchtigkeit zu trocknen, auf gerade diese Liege zu legen. Das war ein Spaß. Nach dem Frühstück - so gegen 10.00 Uhr - bin ich dann zum Strand, habe das Handtuch dort weggenommen und bin an meinen Platz im hinteren Bereich des Strandes gegangen. Ich glaube wenn Blicke hätte töten können, würdet ihr heute meinen Reisebericht nicht lesen können.

So nun ist genug. Ich könnte wahrscheinlich einen ganzen Roman schreiben.

Der Urlaub war toll, vor allem haben wir wirklich nette Leute kennen gelernt, mit denen ich auch wieder einen Urlaub verbringen würde. Und das ist eigentlich doch relativ selten. Liebe Grüße an Traudel und Fred sowie Samir, Diana und Jörg sowie Krümelmonster und seine Mutter.

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