Sehr ausführlicher Urlaubsbericht von Martin (Mart)
Hallo Sven,
auch ich konnte es mir nicht verkneifen, einen leider viel zu ausführlich geratenen Bericht zu schreiben. Zum einen, weil mir die Bisherigen (leider erst am Vortag der Abreise entdeckten, aber immerhin noch!!) viel halfen, meist aber nicht mehr sehr aktuell sind. Zum anderen, weil mir viele Hinweise fehlten, auf die ich hier meine Schwerpunkte gesetzt habe. Und nicht zuletzt, weil bei dem sehr grossen Spektrum meist nur eine recht einseitige Sicht dargestellt wird, die sich nicht selten in manchmal nur fünfeinhalb Tagen gebildet haben dürfte. Wenn Du etwas mit meinen Ausführungen anfangen kannst, stelle Sie gerne hinein. Hoffentlich reicht dein Webspace noch aus:)).
Habe extra auf Bilder verzichtet, obwohl ich dort extra überwiegend fotografiert habe, was noch nicht im Internet zu sehen war.
Herzliche Grüsse
Mart
Zunächst einmal einen herzlichen Gruss an alle, die sich hier am Forum beteiligen, weil sie den Urlaub bereits hinter sich oder noch vor sich haben. Und ein grosses Kompliment an Sven, der uns allen diese Möglichkeit bietet. Um wieder etwas mehr Aktualität einzubringen, schreibe ich meine Erfahrungen etwas ausführlicher. Bei ernstgemeinten Rückfragen per Email gehe ich gerne auch auf individuelle Fragen ein ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ).
Seit meiner Reisebuchung im Januar 2002 lese ich hier intensiv mit und habe mich auch schon vereinzelt mit kleineren Beiträgen gemeldet. Dabei fiel mir immer wieder auf, wie sehr die Meinungen auseinandergehen, und das liegt sicher an der sehr heterogenen Altersstruktur sowie den damit verbundenen Erwartungen und Erfahrungen. Ein Urlaub in Ägypten ist sicher nicht mit den traditionellen Zielen am Mittelmeer zu vergleichen. Aber mit etwas Vorbereitung, mit Toleranz gegenüber den Gastgebern und Distanz zur gewohnten deutschen Perfektion kann man einen unvergesslichen Urlaub geniessen.
Ich war vom 17.02.- 03.03.02 im GR und möchte meine individuellen Erfahrungen schildern. Mit knapp 45 Jahren lag ich im dort eher schwächer besetzten Mittelfeld der Gäste, die sich zu dieser Jahreszeit überwiegend aus recht jungen Paaren oder älteren Zeitgenossen rekrutieren. Ich konnte eine Woche mit meinem besten Freund verbringen, und habe in der zweiten Woche, dann alleine, gute Kontakte zu anderen Gästen gefunden. Vieles habe ich aber auch mit den Augen eines Familienvaters von zwei kleinen Kindern gesehen und mir dazu ein Urteil gebildet.
Meine Erwartungen waren vielfältig. Ich bin an den kulturellen Angeboten ebenso interessiert wie an Erholung, Badespass und Sport. Deshalb waren die beiden grossen Standardreisen nach Kairo und Luxor eher der Pflichtteil, die hier seltener beschriebenen Schnorchelausflüge, Volleyball und Surfen die Kür. Nicht mitreden kann ich über die Discothekenszene, die ich meinem Freund überlassen habe J...
Hier meine wichtigsten Erfahrungen:
--Hotel--
1. Das GR ist wirklich so schön wie es aussieht und beschrieben wird. Eine individuelle Zimmerauswahl ist je nach Saison mehr oder weniger möglich, bei uns war sie problemlos. Wer Ruhe sucht, sollte die in meinem Beitrag vom 04.03.02 angesprochenen Hoteltrakte 14XX und 15XX über der Lobbykuppel unbedingt meiden. Dabei sind die vierstelligen Zimmernummern wie folgt aufgebaut:
Erste Zahl= Gebäude
Zweite Zahl = Etage (EG=1, 1Stock=2 bis 4.Stock=5)
Dritte und vierte Zahl= Zimmernummer
2. Bei den nach Süden liegenden, hinteren Gebäudetrakten sind teilweise recht weite Wege bis zum Zimmer zurückzulegen- gerade für die „Buggyfraktion“ oft ungemütlich, wenn nur eine Kleinigkeit auf dem Zimmer vergessen wurde, ohne die Sohnemann oder Prinzessin nicht auskommen.
3. Im rechten der beiden Gebäude (rings um den Paradise-Pool) kann man sich an mitunter lauter Musik erfreuen. Zumindest solange, wie man nach dem vierten Abspielen derselben CD hintereinander noch Spaß daran findet.
4. Die Zimmerausstattung ist ausgezeichnet. Im Bad sind Fön und Vergrößerungsspiegel vorhanden, bei allen von mir gesehenen Zimmern auch eine Badewanne. Bei der Minibar empfehle ich nach schlechten Erfahrungen vorab eine kurze Inventur. Auf dem hoteleigenen Zettel standen Positionen, die gar nicht vorhanden und bei der Abreise berechnet worden wären. Auch weiß man nach 2 Wochen nicht mehr wirklich genau, was man in welcher Menge vorgefunden hatte.
5. In den Feierabendstunden empfiehlt es sich derzeit, die Fenster/Balkontüre geschlossen zu halten, da fast täglich sehr unangenehme Insektenbekämpfungsmittel versprüht wurden. Diese und der Abgasgeruch sind nur so zu vermeiden. Insekten gab es dann (abgesehen von den lästigen kleinen Fliegen) aber wirklich keine mehr.
6. Folgende deutsche TV-Programme sind zu empfangen: ARD, ZDF, RTL und VOX. Ein Schmankerl für „Wer wird Millionär-Freunde“: Auf Kanal 7 läuft Freitag abends zeitgleich die arabische Version mit manchmal total vermummten Frauen oder vermeintlichen Ölscheichs im Burnus. Alles im Originalstudio mit Originalmusik- nur auf arabisch. Zum Weglachen.
7. Über die Qualität des Restaurants haben wir hier Unterschiedliches gelesen. Das Frühstück fand ich überzeugend (okay, der Saft ist gewöhnungsbedürftig), das Abendessen am Buffet eher mit Abstrichen. Für ein Hotel dieser Kategorie kann ich die Kritiker durchaus verstehen. Hohe Wiederholungsrate, wenig schmackhafte Soßen. Aber auch besonders lecker: viele Gemüsesorten und eine große Kuchenauswahl (traumhafter Apfelstreuselkuchen). Eher missfallen hat uns die Organisation. Gelegentliche Wartezeiten bis zu 15 min auf einen freien Tisch und noch mal so lange, bis selbiger wieder eingedeckt war, waren unerfreulich. Ursache war die Schließung des zweiten Restaurants (Marakesh). Angenehm die Trennung in Raucher /Nichtraucherbereiche. Hilfreich für alle wären kleine Tischabfallbehälter, damit der Teebeutelweitwurf ein Ende hat.
8. Für Eltern mit Buggy ebenso erfreulich wie für Behinderte und Ältere: Man hat sich in der Anlage weitestgehend bemüht, Stufen durch gezimmerte Holzrampen auszugleichen. Aufzüge sind in ausreichender Anzahl vorhanden.
9. Der Oasis-Pool war zu unserer Zeit unbeheizt, der Paradisepool hingegen ausreichend warm. Der Kleinkinderpool ist sauber, warm, und liegt erfreulicherweise etwas windgeschützter.
10. Das GR ist eines von derzeit etwa 215 Hotels in Hurg. Knapp 200 befinden sich im Bau. You'll never walk alone... Wer von der hohen Kunst der modernen Verkehrsfliegerei begeistert ist, kommt auf seine Kosten, denn vor allem Donnerstags und Sonntags kann man sich einen guten Überblick über die wichtigsten Jets der Neuzeit verschaffen. Der Zaun zum Flughafengelände beginnt wenige hundert Meter hinter dem GR, wobei der Fluglärm aber nicht sonderlich auffällt.
11. In den Abendstunden werden im Foyer Harfenmusik (nicht Hafenmusik) sowie Klavierweisen zum besten gegeben. Schwedische (Abba-) Musik, gespielt von einer bezaubernden Russin auf einem ägyptischen Flügel hat beim Konsum von deutschem Löwenbräu einen besonderen Reiz. Mamma mia. Wer sich mit dem Stimmen eines Flügels auskennt, möge sich bitte beim Hotelmanagement melden.
12. Bei Nacht ein Muss für Freunde des bezaubernden Hotelanblicks, die kein Zimmer in der obersten Etage haben: An zwei Stellen des linken Gebäudeteils kann man eine kleine Aussichtplattform betreten (linke untere sowie linke obere Winkel auf dem Lageplan). Für den anderen Block habe ich keinen Ausgang gefunden.
--Strände--
1. Der Strand am GH ist okay, groß und mit eigener Handtuchausgabe gut organisiert. Zu unserer Zeit waren wegen heftiger Winde die „Schutzinseln“ sehr begehrt und vermutlich schon ab 7 Uhr mit Handtüchern „reserviert“. Manche davon wurden jedoch erst ab 11 Uhr bevölkert. Mein spezieller Gruß und Dank an solch „Ausgeschlafene“. Mittagskost ist nicht nötig, denn erstaunlich viele Damen über 50 haben offenbar unbändige Freude am Bräunen des völlig entblößten Oberleibes.
2. Der auf die Felsen aufgeschüttete Sand weist hohe Splittanteile auf. Beim Volleyball führt das zu ständigen Schürfwunden, die man im Salzwasser besonders zu schätzen lernt. Wenig durchdacht ist ein größerer Teil der Spielzone für Kleinkinder, der im unmittelbaren Aufschlagbereich des Volleyballcourts liegt. Letzterer ist als Einzelplatz für die im Sommer weit über 1000 Gäste sicher nur für wenige zugänglich. Wir haben meist mit 4 oder 5 Teams spielen müssen, auch dann noch mit Auswechselspieler.
3. Die beiden grossen Wasserrutschen waren ein Heidenspass für die Kinder. Leider sind sie nur stundenweise in Betrieb gewesen, was am Dauerbetrieb der pilzförmigen Duschen einfach zu erkennen ist. Dank des lebhaften Windes ist man nach dem Erklimmen des Aufstiegs längst wieder trocken.
4. Der Strand am „Siva Beach“ ist feinsandiger. Eine kleine Lagune hat sehr angenehm warmes Wasser. Gegen Vorlage der Handtuchkarte erhält man auch dort ein größeres Liegelaken, das aber nur dort abgegeben werden kann. Der Pool am Siva ist übrigens mit Abstand der Wärmste von allen. Der Volleyballplatz hier liegt direkt am Meer, das den Ball gerne annimmt. Die Sandschicht ist nicht sehr dick; darunter kommt Fels zum Vorschein, der ein Abfliessen des nachts hereingewehten Meerwassers unmöglich macht. Die Animateure empfanden wir als wenig angenehm. Warum sie auch dann unbedingt noch mitspielen müssen, wenn die zahlenden Touristen wegen Überbevölkerung zusehen dürfen, sei ihr Geheimnis. Sozial oder tourismusfördernd fand ich das nicht.
5. Das Publikum im GR bestand bei uns überwiegend aus Deutschen und zuletzt vielen Dänen. Am Strand kann man aber auch vorzüglich seine Russischkenntnisse aufbessern. Viele andere Nationen sind in kleineren Grüppchen anzutreffen, mitunter sogar Bayern.
--Preise, Tipps und Strategien--
Zunächst einmal der Reisepreis: Hier gibt es sehr grosse Unterschiede. In meinem TUI-Reisebüro, das das GR über ITS mit Lockvogelangeboten ab 585 Euro für 14 Tage anbietet, konnte mir leider niemand erklären, wie man an so einen Katalogpreis kommt. In der Februarsaison jedenfalls wollten sie für 2 Wochen HP 1.099 Euro haben! Leider war mein billigstes Angebot bei 830 Euro incl.. Rücktrittskostenversicherung. In Hurg habe ich aber Leute getroffen, die über das „Roulette“-System (der Veranstalter entscheidet, ob GR, GH oder Siva) keine 600 gezahlt haben wollen. Allerdings schlug bei mir der EZ-Zuschlag heftig zu Buche. Würden hier mehr Teilnehmer ihre günstigen Buchungsquellen angeben, könnten sich andere Anbieter die hohen Preise kaum mehr erlauben.
1. Die Preise vor Ort: (hier noch in Mark angegeben, weil beim derzeitigen Wechselkurs eine Umrechnung 2 Pfund = 1 Mark leichter nachzuvollziehen ist).
Die Preispolitik im Restaurant finde ich sehr bedenklich. Ein 0,33 l Wasser etwa 5 Mark, ein ägyptisches 0,33 l Bier für 6 Mark, dass es aber an 5 von 14 Tagen leider nicht gab. Man muß bei Bierdurst dann ein Löwenbräu gleicher Menge für 7 Mark nehmen, das interessanterweise im gesamten Hotelbereich als Werbeangebot für nur 4,50 Mark zu bekommen ist; nach Aussage des F+B-Managers nur zurzeit wegen erreichtem Mindesthaltbarkeitsdatum. Im Restaurant besteht diese Problematik aber offenbar nicht, und ein solcher Preis wird ebenso wenig angeboten wie üblicherweise die nächstbessere Ware zum gleichen Preis wie die Vergriffene. Der o.g. Manager gab vor noch diese Woche kündigen zu wollen, weil er u.a. solche Praktiken ebenso wenig akzeptieren mag, wie er uns vertraulich und entnervt mitteilte. Der Tischwein kostet 68 Pfund = 34 Mark pro Flasche. Mahlzeit. In anderen Hotels sollen eine Cola 3 Pfund kosten, wieder andere bieten All Inclusive an.
2. Die Preise in der Minibar sind mit 5 Pfund für 1,5 l Wasser (mit Kohlensäure), Cola und Fanta dagegen günstig (in den Supermärkten kostet das genauso viel!). 0,5l Sakara-Bier dagegen leider 12 Pfund. Der oft zitierte Einkauf im Duty Free lohnt nicht, denn die 0,5 l Dose Sakara kostet umgerechnet 7 Pfund, die gleiche Menge auf der Mall nur 8 Pfund. Und dort gibt es Salznüsse bis zum Abwinken- oder Nachbestellen von Bier... Unsere Lieblingszapfstelle war die "COOLT-Bar" in der zweiten Mall-Hälfte. Der 32-jährige John Daniel ist zwar Ägypter, trägt als koptischer Christ aber einen internationalen Namen. Er spricht mehrere Sprachen, ist sehr aufmerksam, sympathisch und freundlich. Bei ihm kehrten wir wirklich gerne ein, und sein Sakara-Bier ist für 8 Pfund stets eisgekühlt. Daran anschließend liegt das Mekka für die Wasserpfeifenraucher, die immer irgendwie merkwürdig lustig und gelöst wirkten... Dass jeder Toilettenbesuch auf dem einzigen WC an der Mall ein Pfund kostet, wird hier niemand wirklich erstaunen.
3. Unbedingt vergleichen lohnt aber zwischen den Supermärkten. Hier sind Preisunterschiede bis 100% möglich. Logischerweise schreibt leider niemand seine Preise an, und man muß alles erfragen. Rabatte sind hier zwecklos, daher lieber vergleichen. Bier habe ich in Supermärkten nicht gesehen. Das einheimische sprudelnde Mineralwasser kostet sogar nur 3 Pfund. Fast unbezahlbar dagegen die Preise für Schokolade! Daher als Naschkatze (/-kater) besser ausreichenden Vorrat mitnehmen. Gleiches gilt für Kekse, Salzzeug etc.
4. Geldtausch empfiehlt sich wie oft hier beschrieben in der Bank links vom GH. Dort gibt es keine Provisionen, Gebühren etc.; man erhält exakt den Gegenwert von z.B. 400 Pfund für 100 Euro. Da es aber fast keine Münzen mehr gibt, wird schon mal marginal abgerundet. Der schlechteste Kurs ist daheim oder am Flughafen. Trotzdem tauschen dort viele Gäste. (Wer nun gleich wieder entrüstet postet, es gäbe gar keine Münzen: Sorry, ich hab sogar noch welche nach hause zurückgebracht). Derzeit verschlechtert sich der Kurs marginal.
5. Die Buchung von Ausflügen sollte unbedingt in Euro erfolgen. Bei Pfund ist der Kurs dramatisch schlechter. Warum die gleiche Tour nach Luxor bei ETI 60 Pfund kostet, bei ITS dagegen 80, kann ich nicht erklären. Einfachere Ausflüge wie Tauchtörns sind am Aquacenter (Strand des GH) preiswerter. Eine Stunde Surfen kostet 60 Pfund, man kann aber auch nur eine halbe Stunde nehmen. Oder gleich 3, dann wird es etwas günstiger. Eine Abrechnung nach tatsächlich genutzten Stunden war auch möglich. Für Anfänger ist ein Surfen in der windgeschützten Nebenbucht möglich.
6. Sammeltaxis z.B. nach Hurghada Downtown kosten für den Touristen 1 Pfund pro Person. Wie schon hier gelesen gilt: Einsteigen, am Wunschziel aussteigen, den Betrag durchs offene Fenster reichen und ohne umzudrehen gehen. Der Fahrer mault meistens, aber du hast sowieso zuviel bezahlt. Die Einheimischen zahlen idR 25- 50 Piaster. Wirklich lästig ist aber eher, daß man nur bei Annähern an eine Strasse sofort angehupt wird und zur Mitfahrt aufgefordert wird. Will man einfach nur laufen, empfiehlt sich der Weg auf der jeweils anderen Strassenrichtung. Warten braucht man auf so ein Sammeltaxi nie lange, es wimmelt nur so davon.
7. Bei den Souvenirs wird gelogen und übervorteilt, dass sich die Balken biegen. Dabei sind die Mall und die angrenzenden Geschäfte im Gegensatz zu den Kaffeefahrt-ähnlichen Fabrikbesichtigungen (Papyrus, Gestein etc.) während der Ausflüge fast 50% billiger. Dennoch haben wir auch hier noch Nachlässe bis 60 % erfeilscht. Lästig ist, daß man jeden Abend überall angequatscht wird. Wer das nicht mag antwortet besser gar nicht, denn es werden nahezu alle gängigen Sprachen gesprochen. Am fairsten behandelt und in Ruhe gelassen wurden wir bei Farag Omar, der seinen Laden ein paar hundert Meter rechts nach dem GH Richtung Süden hat. Ausgezeichnete Preise, ruhige sachliche Beratung. In seinem Schaufenster steht eine riesige schwarze Katze, so findet man den Laden schnell und einfach. Raucher und Teetrinker werden besonders gut auf ihre Kosten kommen.
Bei den begehrten Papyrus-Sternzeichen werden 25 (auf der Kaffeefahrt 45 Pfund) verlangt, die Namen in Hyroglyphen sollen 5 extra kosten und werden oft in sehr liederlicher Qualität mit Kuli oder Filzstift geschrieben. Der beste Künstler hat seinen Stand gleich nach dem Ende der Mall, kommt abends ab 20 Uhr und malt die Lettern mit Farben wunderschön aus. Und das für insgesamt nur 20 Pfund! Er hat mit etwa 5 Motiven pro Sternzeichen auch die beste Auswahl. Handbemalte Papyrusmotive lassen sich einfach von den gedruckten unterscheiden, in dem der angefeuchtete Finger vorsichtig die Farbe verreiben kann. Ob es sich bei Papyrus tatsächlich um Selbiges handelt oder nur um „Banana“, weiß niemand. Daraufhin befragt geraten dennoch alle Verkäufer in heiligen Zorn- warum eigentlich, wenn es wirklich Papyrus ist? Papyrus zerbricht im Gegensatz zu Banana nicht, wenn man es knickt, was überall demonstriert wird.
Viele schwarze Figuren werden als vermeintliche Basaltprodukte angegeben. An der identischen Ausführung ihrer Geschwister erkennt man jedoch mühelos, dass sie alle in derselben Form gegossen und schwarz angepinselt wurden. Befeuchtet man ein Taschentuch und reibt an der Unterseite, löst sich sichtbar die schwarze Farbe. Dies löst stets heftige Entrüstung bei den ertappten Händlern aus. Aus Originalbasalt käme so eine Figur an die 1000 Pfund, maulen sie. Ihr Problem, dass sie das erst sagen wenn sie so entlarvt sind. Während der meist umständlichen Verpackungsprozedur besser dabeibleiben, damit daheim auch das rauskommt was in Ägypten eingepackt wurde! Die begehrte Figurentrilogie aus Katze, Nofretete und Tut kostet zwischen 20 und 100 Pfund. Am preiswertesten begegneten sie mir für ganze 5 Pfund am Tal der Könige in Luxor. Nur hatte ich sie eine Stunde vorher zufrieden für 20 statt 100 am Hatschepsut-Tempel erworben. Da war ich zumindest noch zufrieden.
Postkarten kosten meist 1 Pfund, das Porto 1,50. Die für 0,50 angebotenen haben oft Fehler, sind ausgebleicht oder von zweifelhafter Motivqualität. Die billigsten fanden wir in Hurg Downtown, im Angebot 12 Stück für eine Mark. Dringend zu empfehlen ist die separate Aushändigung der Briefmarken; wenn die nachher in der Postkartentüte fehlen, war das Geschäft keins. Zumindest nicht für den Touristen.
Die Ausflüge
1. Ob ein Ausflug sein Geld wert ist/war oder nicht, muß jeder selbst entscheiden. Ich habe die beiden „großen“ sehenswerten Bus-Tagesausflüge für je 60 EURO nach Kairo und Luxor mitgemacht und war beim Schnorcheln bei den Giftuninseln dabei. Die großen Touren sind hier oft beschrieben, deshalb will ich mich kurz fassen und nur das für mich Unbekannte ergänzen.
Die Abfahrt nach Kairo ist morgens um drei Uhr. Es gibt im EG-Restaurant des GH ein Lunchpaket sowie eine Flasche Wasser. Die im Forum oft bewunderte Polizeieskorte schien mir eher eine Farce, die die Nettofahrtzeit von 6 auf über acht Stunden verlängerte. Auf der gesamten Rückfahrt war kein einziges Polizeifahrzeug mehr zu sehen, so dass sich der Eindruck eines Marketing-Gags aufdrängte. Die zahlreichen Kontrollstellen für die endlose Buskarawane tun ihr Übriges, weshalb die Fahrt solange dauerte. In der Summe fand ich die Tour absolut gelungen. Die Cheopspyramide ist praktisch nicht zu betreten, da täglich nur zweimal 150 Karten verkauft werden. Unsere Rückfahrt aus Kairo dauerte aus den o.g. Gründen nur viereinhalb Stunden. Das sehr kompakte Abendessen nach Rückkehr im GH überzeugte weniger.
Die Luxor-Tour hat mich insgesamt mehr überzeugt, weil die Besichtigung der drei Grabstätten ein unvorstellbar gut erhaltenes Zeugnis der Zeitgeschichte vermittelt. Der Hatschepsut-Tempel war wegen Bauarbeiten weitgehend gesperrt, der Besuch der Stein“fabrik“ - siehe oben (Kaffeefahrt)... Ärgerlich bei uns, daß der Reiseführer sehr viel zu berichten wußte und zu wenig Zeit für das Anschauen ließ. Die geplanten Stopps während An- und Abreise waren leider meist länger als angekündigt, das Warten an den Sammelplätzen dauerte bei 60 Bussen (!) endlos.
Wer nur 1 Woche Zeit hat, sollte abwägen, ob er beide Touren schafft. Weil ich 2 Wochen hatte, war ich erst auf der längeren Tour in Kairo, so dass mir Luxor danach erträglich schien. Die 1-Tag Flugreise nach Kairo (Sa/So/Di/Fr) kostet 215 Pfund, nach Luxor (nur Montag) 170 Pfund (bei ETI). Die Busreisen für je 60 Pfund nach Kairo werden So/Di/Do angeboten, nach Luxor Mo/Di/Mi/Fr. Eltern mit Kleinkindern sollten sich mit Gleichgesinnten zusammentun und „Über-Kreuz“ reisen, damit der jeweils andere das Kind im Hotel behält. Für dieses ist es einfach viel zu strapaziös.
2. ETI bietet Ausflugspakete an. Sie sind für meinen Geschmack etwas merkwürdig zusammengestellt und lohnen sich nur, wenn alle Bausteine von Interesse sind.
3. Die Schnorcheltour zu den Giftuninseln ist sehenswert und mit 20 Euro incl.. wenig schmackhaften Mittag preislich okay. Die Bootsfahrt dauert allerdings eine Stunde und ist bei leichter Bewölkung in der Nebensaison eine frische Angelegenheit. Zwei Schnorchelgänge von 90 und 45 Minuten bieten wunderschöne Anblicke. Flossen, Brille und Schnorchel werden gestellt, das Handtuch ist vorher am Strand gegen seine Karte abzuholen. Ein Mitnehmen auch bereits abgefallener Korallenstücke ist streng verboten und sinnlos. Wir wurden ohnehin am Airport bei der Ausreise abgetastet, alle Gepäckstücke durchleuchtet. Alle weiteren Konsequenzen kann sich jeder überlegen.
4. Viele waren von den Wüstentouren per Squadrunner sehr angetan. Und noch mehr von der ausführlichen Dusche danach. Man erkannte sie spätabends an der Bar meist problemlos an der krächzenden Stimme.
Die Gesundheit
Ist schon alles gesagt? Mir wollte man 39 Pfund für ein Mittel gegen Durchfall abknöpfen. Da ich nicht genug Geld dabei hatte, bot man mir ein anderes für nur 25 an. Gekauft hat mir mein Freund dann das recht wirksame Ercefuryl für 7,50 über einen einheimischen Strohmann. Nach einem Tag war alles okay, Nebenwirkungen gab es keine. Danke, M.!
Fazit: Mir hat es sehr gefallen, ich bin begeistert von der Kultur, habe das Erholungs- und Sportangebot genossen. Aber ich habe es einmal gesehen und werde kaum noch einmal hinfahren. Denn es gibt noch so viele tolle Ziele auf der Welt.
Ich wünsche Euch einen tollen Urlaub in Hurghada und hoffe, mit meinen Tipps etwas zum Gelingen betragen zu können.
Euer Mart
PS Besonders herzliche Grüsse an Martin aus Bergheim, Alexander + Mandy aus Berlin, die Studenten Matthias und Melanie sowie Christian SG und seine Freundin.
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